Gentechnik-freies Hennef !?
Fragen an die Landwirtschaft
Bericht vom Donnerstag, 16.11.2006 , Meys Fabrik
Agenda 21 Veranstaltung: Gentechnik-freies Hennef ?! – Fragen an die Landwirtschaft
Mit der Grünen Gentechnik hat die Lokale agenda 21e.V. ein heißes, aber in Hennef noch weitgehend unbearbeitetes Thema auf die Bühne gehoben. Am 16.11.06 lud sie zu einer Podiumsdiskussion in die Meys Fabrik. Referenten waren Dr. Holz von der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftskammer und Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL). Beide zeichneten sich durch hohe Sachkunde aus, die Fakten wurden aber sehr unterschiedlich bewertet: Während Dr. Holz den hohen Sicherheitsstandart, die mit der Gentechnik verknüpften Chancen und die großen globalen Herausforderungen an die Landwirtschaft in den Mittelpunktstellte, warnte Annemarie Volling vor den Risiken durch unkontrolliertes Auskreuzen, der Monopolisierung bei der Saatguterzeugung und der wachsenden Abhängigkeit für den einzelnen Landwirt. Ein paralleler Anbau von gentechnisch verändertem Organismen und „konventionellem“, gentechnikfreiem Pflanzengut (sog. Koexistenz) ist durch Wind- und Insektenbestäubung nicht zu gewährleisten. Den Nachteil hat der konventionell wirtschaftende Landwirt, der seine Erzeugnisse nicht mehr für hochwertige Marktsegmente (Babynahrung, Bio-Produkte) absetzen kann. Aufgrund der derzeitigen Haftungsregelung (verschuldensunabhängige Haftung auf Seiten desjenigen, der gentechnisch veränderte Organismen in den Verkehr bringt), kann auch die Landwirtschaftskammer einen Anbau von GVO nicht empfehlen.
Das Thema bleibt auch im Umweltausschuss der Stadt Hennef aktuell. Nachdem bereits im November 2006 eine gentechnikfreie Zubereitung von Speisen in städtischen Kindergärten und Schulen beschlossen wurde, steht im Januar ein Antrag der Fraktion B90/Die Grünen auf der Tagesordnung, wonach die städtischen Liegenschaften nur bei vertraglich zugesichertem gentechnik-freiem Anbau verpachtet werden.
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