Die Schönheit eines Blühgartens entdeckt, wer genau hinschaut: eine bunte Vielzahl von Insekten, wie Schmetterlinge, Käfer, Bienen, Wespen, Hummeln, aber auch anderen Tieren wie Spinnen und Hausschnecken fühlen sich hier wohl.

 Sie alle leben auf und von einer großen Anzahl einheimischer Blumen, Stauden, Sträucher, Gräsern und Bäumen, ohne die eine solche Vielfalt nicht möglich wäre.

 Alle hier gezeigten Fotos sind in einem einzigen hennefer Garten aufgenommen worden, der seit über 25 Jahren ohne chemische Spritzmittel (Pestizide) auskommt. Und der 2019 in seiner Kategorie unseren Gartenwettbewerb gewann.

 Was macht einen Garten insektenfreundlich?

  1. Artenreiche Pflanzenverwendung mit vielen Blütenaspekten
  2. Strukturvielfalt, z.B. Totholz, Steinhaufen, große wie kleine Wasserelemente, Nisthilfen aller Art
  3. Kreative, individuelle Gestaltung
  4. Nachhaltige Bewirtschaftungsform und Materialverwendung

Die Agenda21-Gruppen waren auf dem hennefer Klimatag mit mehreren Ständen vertreten. Bei herrlichem Wetter war die Stimmung ausgezeichnet.

Lebensraum für Insekten: das Schild gibt es beim Umweltamt der Stadt Hennef und hier zum runterladen.

 

Die Pflanzentauschbörse fand im April 2022 wieder dezentral statt. Pflanzen wurden vor dem eigenen Garten platziert und konnten von interessierten Menschen kostenfrei mitgenommen werden. Die folgenden Fotos wurden in Geistingen aufgenommen:

 

 

Die Verwendung von Torf und torfhaltigen Erden ist problematisch!

Was hat mein duftender Torfsack mit Klimaschutz zu tun?

Aufgrund des immer weiter voranschreitenden Klimawandels ist die Reduzierung von CO2-Emissionen das Gebot der Stunde. Neben den offensichtlichen CO2-Quellen, wie der Stein- und Braunkohleverbrennung, gibt es versteckte Schadquellen, deren Effekt durch umweltverträglichere Alternativen verringert werden kann. Eine dieser versteckten Schadquellen ist Blumen- oder Graberde, welche hohe Anteile von Torf enthalten. Eine aktuelle Marktübersicht über Pflanzerde im Hennefer Fachhandel finden Sie hier.

Aber warum ist die Verwendung von Torf in Erde klimaschädlich?

Bei Torf handelt es sich um ein Moorsubstrat mit mehr als 30% organischer Substanz in der Trockenmasse, welches aus abgestorbenen Pflanzenteilen durch die Vertorfung entstanden ist. Er entsteht, wenn in gemäßigten Klimazonen, Pflanzenreste bei einem Wasserüberschuss unter Sauerstoffmangel nicht vollständig zersetzt werden. Bis Moore entstehen vergehen oft viele tausend Jahre, da nur rund 1mm Moor pro Jahr entsteht.

Wie schützen Moore das Klima?

Moore sind hochwirksame natürliche Kohlenstoffsenken. Pflanzen nehmen beim Wachsen CO2 auf, der nach ihrem Absterben im Torf gespeichert wird. Nur etwa 3% der Erde sind mit Mooren bedeckt. Diese speichern allerdings rund ein Drittel des gesamten im Boden gebundenen Kohlenstoff und so werden weltweit pro Jahr rund 150-250 Mio. Tonnen CO2 der Atmosphäre entzogen. Wenn der Torf abgebaut, zu Blumen- oder Graberde verarbeitet und auf dem zu bepflanzenden Bereich aufgetragen wird, verrotten die übrig gebliebenen Pflanzenanteile und geben den CO2 an die Umwelt ab.

Warum insbesondere Hochmoore schützen?

Was jeder sehen kann, der schon einmal ein Hochmoor besucht hat: Dies sind seltene, sehr spezielle Lebensräume mit hochspezialisierte Pflanzen- und Tiergesellschaften. Fleischfressende Pflanzen, die Insekten mit klebrigen Blättern fangen und verdauen (Sonnentau), Hochmoortorfe, mit extrem hohem Wasseranteil, angepaßte Arten, die auch sehr nasse, „grundlose“, aber auch extrem nährstoffarme und saure Bodenverhältnisses bewältigen. Sie bilden den Lebensraum für Spezialisten wie Moorfrosch, Kreuzottern, Torf-Mosaikjungfer und Gefleckte Smaragdlibelle. Fast alle Arten sind geschützt und stehen auf der Roten Liste der seltenen oder gefährdeten Arten.

Diese zauberhafte Landschaft wird bei der industriellen Torfgewinnung entwässert, abgebaggert, getrocknet, verpackt und verkauft. Es dauert viele tausend Jahre, bis sich durch Moorwachstum ein ähnlicher Moorkörper aufgebaut hat. Da die meisten Moore in Deutschland bereits abgebaut sind, wird Torf heute meist in Nordosten Europas (Baltikum, Russland) gewonnen.

Welche Alternativen gibt es?

Auf Torfeinsatz kann in vielen Fällen komplett verzichtet werden, v.a. wenn er nur „Deko-Zwecken“ dient („Graberde“). Im Fachhandel gibt es verschieden Alternativstoffe aus pflanzlichen Neben- bzw. Abfallprodukten. Flachsschäben, ein Abfallprodukt bei der Flachsverarbeitung zum Beispiel besitzen ein Treibhauspotential von rund 17 Kg CO2 pro m3, während dies bei Schwarz- bzw. Weisstorf rd. 350 Kg CO2 pro m3 beträgt. Auch verschiedene Rinden und Landerden, Holzfaser  oder –häcksel erfüllen den gleichen Zweck wie Torf.

Im Garten kann auf regional erzeugte Kultursubstrate der Abfallentsorger, wie Komposte, Humusboden oder Rindenmulch zurückgegriffen werden. Die RSAG bzw. die hierauf spezialisierte Tochter KompostWerke Rhein-Sieg (Link: https://krs.rsag.de) in Sankt Augustin bietet ein großes Sortiment als lose oder abgepackte Ware an.

Literatur:

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