Im Mai Natursteinmauer anlegen

Eine Mauer ist ein ganz besonderer Lebensraum, der normalerweise nicht zur Grundausstattung eines kleineren Gartens gehört, aber spezifischen Pflanzen- und Tierarten Lebensräume bietet. Optimal sind Gartenmauern aus behauenen oder unbehauenen Natursteinen, die meist ohne Mörtel aufgeschichtet werden. Ein solches „Steingebilde“ erweist sich als ein kompliziert aufgebautes Mosaik verschiedener Kleinlebensräume, die je nach Alter, Substrat (Boden), Lückigkeit und Ausrichtung der Mauer eine oft reichhaltige Flora und Fauna beherbergen. In Abhängigkeit der Ausrichtung (Aufheizung durch das Sonnenlicht), material, Oberflächenbeschaffenheit und Neigung dienen Mauern als Lebensraum für verschiedene Tierarten. Wichtig ist die infolge des Alterns vergrößernde Strukturvielfalt. In den Mauerfugen und Spalten findet mit zunehmendem Alter eine „Bodenbildung“ (Feinstaub, Humus) und die Ansiedelung von Algen, Flechten, Moosen und weiteren Pflanzen statt. Meist sind diese Lebensräume (Habitate) nährstoff- und wasserarm, der oft hohe pH-Wert bei neu gebauten Mauern sinkt rasch ab. Nach ihrer Herkunft sind die in diesem Habitat lebenden Tiere vielfach primäre Felsbewohner, Bewohner von Steilaufschlüssen, Schutthalden oder Höhlen. Alte Mauern besitzen vielfältige ökologische Funktionen:

 

  • Nistplatz (z.B. für Wildbienen, Grabwespen, Ameisen)

  • Überwinterungsort (z.B. für Marienkäfer)

  • Jagdgebiet (z.B. für Grabwespen, Schlupfwespen, Ameisen, Laufkäfer, Raubfliegen, Spinnen)

  • Aufheizplatz bzw. „Platz zum Sonnen“ (z.B. für Fliegen, Wildbienen, Käfer, Reptilien)

  • Tages- und Nachtversteck (z.B. für diverse Gliederfüßer und Fledermäuse)

  •  Rendezvous-Platz (z.B. für Wildbienen, Grabwespen)

 

An und in alten Mauern können bis zu 250 Tierarten räumlich und zeitlich getrennt voneinander leben.

 

Mehr zum Thema unter:

 

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/elemente/00655.html

 

https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/schritt-fuer-schritt/trockenmauer-bauanleitung-5261

 

rju

 

 

 

Die kleine Stadt-Blühwiese

 

Der kleine Garten auf unserem Stadtgrundstück soll eine Blühwiese bekommen.

 

Zunächst müssen wir entscheiden, wo die Blühwiese entstehen soll. Kriterien sind dabei

 

  • Es soll eine Fläche sein, wo jetzt Rasen ist.

  • Gut wäre es, wenn die Wiese viel Sonne bekommt.

  • Es soll am Ende schön aussehen: ein „Fleck“ gefällt uns besser als eine rechtwinklige Form.

  • Wir wollen die Blumen und Bienen später von der Terrasse aus genießen können.

 

 

 

Auf der Rasenfläche steht noch eine Turnstange, die sehr selten benutzt wird. Dort, wo ein großes Trampolin stand, ist

der Rasen stark vermoost. Aufgrund der hohen Bepflanzung zur Straße hin, kommt hier selten die Sonne vorbei.

 

 

Der schmale Grasstreifen liegt im Süden des Hauses und hat fast immer Sonne. Er ist aber von der Terrasse nicht

einsehbar. Außerdem könnte man hier nur eine rechteckige Blühwiese anlegen. Nachdem wir erfahren haben, dass

es auch Schatten-Wildblumenmischungen gibt, entscheiden wir uns für die andere Fläche. Es handelt sich um etwa

15 qm, die nun bearbeitet werden müssen. Für einen Gärtner/Gartenbauer ist das ein Witz und ich vermute, die

kommen dafür gar nicht. Wenn man also nicht selbst in der Lage ist, anzupacken, lädt man am besten ein paar

Freude zu einer Blühwiesen-Party ein.

 

 

 

Wir tragen zunächst die Grasnarbe ab. Aus den Grassoden bauen wir einen kleinen Hügel am Grundstücksrand.

Dann graben wir die Fläche um.

 

 

 

Um einen lockeren, mageren Boden zu bekommen, müssen wir eine große Menge Sand einarbeiten.

Dazu kaufen wir im Baustoffhandel ca. 2 m3 „Rheinischen Estrich-Sand“.

 

 

 

Der Sand wird mit einer Grabegabel eingearbeitet.

 

 

Mit Sand vermischt sähen wir auf der schattigeren Seite eine Wildblumenmischung für Schattenflächen aus.

Auf die andere Seite kommen Saat-Mischungen für Bienen und Insekten.

 

 

 

Zum Schluss wird die Saat mit einer Schaufel angedrückt. Wir sind gespannt auf das Ergebnis!

 

 

Was kann man im April im Garten tun?

Zum Beispiel insektenfreundliche Stauden pflanzen!

Mit der Pflanzung von geeigneten Nährpflanzen können wir zur Erhaltung der Artenvielfalt der Insekten in unseren Gärten beitragen. Stauden liefern ein fast ganzjähriges Nahrungsangebot an Nektar und Pollen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Je naturnaher ein Garten ist, desto mehr eignet er sich als Lebensraum. Naturnahe Gärten haben ein oder zwei Ecken, die sich selbst überlassen werden, z.B. eine spät gemähte Magerwiese oder eine „Unkrautecke“. Auch Asthaufen oder alte Bäume sind wertvoll, da u.a. verschiedene Schmetterlingsarten in Baum- und Asthöhlen überwintern. Grundsätzlich gilt: Je vielfältiger der Lebensraum und je größer die Pflanzenvielfalt, desto mehr Insekten werden sich im Garten ansiedeln.

 

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kjo

Anlegen einer Blühwiese

 

Experte gab Tipps

Über zwanzig Interessierte kamen zusammen, um sich praktische Tipps zu holen, wie man ein Stück Rasen in eine Blühwiese verwandelt. Dazu war der Diplom-Biologe Klaus Weddeling von der biologischen Station Eitorf in den Garten der Familie Dettinger-Hensel in Hennef gekommen. Dort wurde dann nicht nur theoretisch Wissenswertes rund um dieses Thema erklärt, sondern auch gleich eine Fläche von 60 qm eingesät.

Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Blühendes Hennef (BlüHen) der Agenda 21-Gruppe hatte Sonja Hensel bereits im Januar Kontakt zu Klaus Weddeling aufgenommen, um im eigenen Garten einen besonders insektenfreundlichen Bereich zu schaffen und gleichzeitig durch eine öffentliche Aktion auch andere zu ermutigen, Ähnliches in ihrem Garten zu schaffen. Der Biologe hatte sich sofort bereit erklärt, das Anliegen zu unterstützen.

„Sehr wichtig ist eine gründiche Vorbereitung der Fläche“, erklärte Weddeling den Teilnehmern. „Vor dem Einsäen muss die Grasnarbe entfernt werden und der Boden umgegraben oder mit einer Fräse bearbeitet werden, damit das Gras nicht sofort wieder durchkommt.“ Wertvolle Hinweise gab er auch in Bezug auf geeignetes Saatgut, bei dem auf regionale Herkunft zu achten ist: „Möchte man in diesem Frühjahr noch eine Blühwiese anlegen, muss man jetzt aktiv werden, denn gute Saatgut hat zum Teil längere Lieferzeiten.“

Beim praktischen Teil, dem Säen und anschließenden Festklopfen und -trampeln des Samens konnten die die anwesenden Hobby-Gärtner von sechs bis 70 Jahren tatkräftig mithelfen. So erfuhren sie gleich noch einen Kniff, wie die geringe Menge Saatgut – es werden nur zwei Gramm pro Quadratmeter benötigt – gleichmäßig auf die Fläche verteilt werden kann: man vermischt es mit einer großen Menge leicht feuchtem Sand, den man dann mit großzügigem Schwung auf der Fläche verteilt.

Wer noch Fragen zu dem Thema hat oder Lust sich an ähnlichen Aktionen zu beteiligen, kann sich an folgende Mailadresse wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Hier auf der Webseite von BlüHen finden sich viele weitere Informationen rund um das Thema Insektenschutz.

 


 

 

 

 

 

 

Insektenschutz in der Landwirtschaft kann nur mit den Landwirten funktionieren, nicht gegen sie. Dies hat z.B. das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern erkannt, als es seine Initiative zur Verbesserung des Naturschutzgesetzes startete. Weitere Beteiligte sind z.B. die Landbesitzer, die über die Gestaltung der Pachtverträge Einfluss auf die Art der Bewirtschaftung nehmen können. Wenn der vom Verpächter gewünschte Ackerrandstreifen zu einer  angemessenen Reduzierung des Pachtpreises führt, ist allen Beteiligten gedient. Hier sind auch die Kirchen gefragt, die in einigen Regionen kleinere und größere Ländereien besitzen. Naturschutz auf Kirchenäckern ist eines der Themen, mit denen sich die AG BlüHen befasst.

Auch Streuobstwiesen unterstützen die Biodiversität und den Umweltschutz in der Landwirtschaft.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit der Aufgabe, die Landwirtschaft und die in ihr Berufstätigen zu fördern und zu betreuen und im Rahmen ihrer Aufgaben den ländlichen Raum zu stärken. Einen großen Raum nimmt unter anderem die Beratung und Förderung zum Naturschutz und der Biodiversität in den landwirtschaftlichen Betrieben in NRW ein. Einen umfangreichen Überblick über die aktuellen Maßnahmen finden Sie unter dieser Web-Adresse

 

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kjo