Interview mit Wolfgang Trambacz, Gewinner des Gartenwettbewerbs "Hennef summt" 2019 in der Kategorie Große Gärten

Wolfgang Trambacz ist einer der Gewinner des Gartenwettbewerbes 2019. Sein Garten in Geistingen verströmt das Flair französischer Filme, in denen eine verwitterte Bank unter einem alten Obstbaum sofort dazu einlädt, den lauen Sommerabend bei einem Kaffee, einem Croissant und einer Zeitung zu verbringen. Mit ihm sprach Karl Jonas (Agenda 21, Sprecher der AG blueHen).

blüHen: Hallo Wolfgang, herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Preis beim Gartenwettbewerb 2019. Wann bist du in dieses Haus mit diesem Garten gezogen?
Wir haben vor 25 Jahren das Haus wegen des großen Gartens gekauft. Wir wollten unser eigenes Gemüse und Obst anpflanzen, und unsere Kinder sollten auf jeden Fall mit der Natur aufwachsen.

blüHen: Sah der Garten damals schon in etwa so aus wie jetzt, oder hast du ihn mit der Zeit umgestaltet?
Der Garten bestand damals hauptsächlich aus Rasen. Dazu gab es Obstbäume, von denen einige auch noch stehen. Der Garten ist von uns mit den Jahren nach und nach umgestaltet worden. Einiges hat sich auch von alleine ergeben. So haben wir zum Beispiel seit einigen Jahren einen Holunderstrauch, den wir nicht gepflanzt haben. Wir haben der Natur Raum gelassen. Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, was es dann auf einmal Neues an Pflanzen oder Tieren zu sehen gibt.

blüHen: Wieviel Arbeit macht so ein Garten, in dem man sich beim Reinkommen sofort wohl fühlt?
Ich glaube nicht, dass so ein Garten mehr Arbeitszeit benötigt. Ich gestalte jedes Jahr nur einen kleinen Teil des Gartens neu. Vieles bleibt über Jahre sich selbst überlassen. Ich bezeichne das gerne als wilde Ecken. Hier haben Tiere und Pflanzen bessere Bedingungen zum Leben und Überleben.

blüHen: Schön für Menschen, aber wie sieht es mit der Insektenfreundlichkeit aus?
Unser Garten sollte immer für Menschen, Tiere und Pflanzen eine Wohlfühloase sein. Wilde Ecken, alte Obstbäume, Reisighaufen und heimische Sträucher und Stauden sind für alle Tiere wichtig. Ich liebe meine Wiese, auf der im Frühjahr Hunderte von Krokussen blühen und die sich stetig verändert. Sie wird nur wenige Male gemäht. Außerdem lasse ich gerne beim Mähen einige Stellen mit gerade blühenden Pflanzen stehen -- so werden Insekten nicht plötzlich von ihren Futterplätzen verdrängt.

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 Umweltschutz und Landwirtschaft

Alle reden von Insektenschutz, Blühwiesen, und den pflegeleichten "Gärten des Grauens" in unseren Städten. Jürgen Becker Während unsere Arbeitsgruppe ihre Aktivitäten bisher auf das private Umfeld konzentriert (z.B. mit dem Wettbewerb "Hennef summt" und der Suche nach den insektenfreundlichsten Gärten), arbeiten andere mit ganz anderen Größenordnungen. Die Hennefer Landwirte Jürgen Becker (hier im DLS-Interview) und Bernd Dornbusch-Becker bewirtschaften ca. 250 ha Ackerland. Seit dem Jahr 2006 gehört der Betrieb zum Demeter-Verband. Schon seit Anfang der 90er liefert er sämtliches Getreide für die Brote und Backwaren der DLS Vollkorn-Mühlenbäckerei. Die Felder sind von breiten Ackerrandstreifen umgeben, einige auch von besonders insektenfreundlichen Blühstreifen. Statt bis auf wenige cm an die geteerte Straße zu pflügen, stehen hier sechs Meter für Wildpflanzen und Insekten zur Verfügung. Das sind rasch 5 - 10 % der Anbaufläche, oder 15.000 qm an einem 19 ha großen Acker. Natürlich wird auf der gesamten Fläche biologisch angebaut, Glyphosat und Bienensterben sind auf diesen Äckern kein Thema. Wie das praktisch aussieht, kann sich jeder auf den Feldern um den Hof in Hennef-Theishohn anschauen. Die Flächen sind gerade in der Umstellung von der konventionellen auf biologische Landwirtschaft. Im Sommer waren die Blühstreifen voll mit unterschiedlichsten Blumen und Kräutern, im Winter sieht es natürlich auch hier etwas grauer aus. Eingesäät wurde die Fläche in Theishohn mit der Saatmischung Viterra Bodengare Öko, einer Zwischenfrucht zur Bodenverbesserung (40% Sommerwicke, 28% Sommerfuttererbse, 22% Blaue Bitterlupine, 7% Alexandrinerklee, 2% Phacelia, 1% Sonnenblume). Auf dem Randstreifen wachsen Sonnen- und Mohnblumen neben vielen anderen Wildkräutern. In den kommenden Jahren wird mit einer weiter wachsenden biologischen Vielfalt gerechnet. Dafür sorgt auch Valentin Becker, der den Hof nun in dritter Generation als Ökolandwirt mit bewirtschaftet. Auch Nachfolgerprobleme gibt es hier offensichtlich nicht.

Effektiver Naturschutz geht nur mit den Landwirten. Familie Becker zeigt, wie Ökonomie und Ökologie hand-in-hand gehen können.

 

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kjo

Fairtrade Town Hennef - Rückblick 2019
Fairtrade International hatte Kaffee im Fokus für 2019. Der Arbeitskreis Fairer Handel der lokalen Agenda21 Hennef hatte das Thema Fairer Kaffee schon früh im Visier. Am 29. März gab es in den Meys Fabrik die Veranstaltung „Äthiopien, mehr als Kaffee“, in Zusammenarbeit mit Oikocredit Westdeutscher Förderkreis e.V. und Unterstützung von Roha Café Bonn, MUKA Travel und der BAM in Hennef.
Vor der Veranstaltung konnte man an einer äthiopischen Kaffeezeremonie teilnehmen, nachher erklärt von Annette Flinterman, Leiterin des AK Fairer Handel in Hennef. Das Bedeutung des Themas fair/nachhaltig Investieren wurde noch klarer, als Ana-Lucia Montes von Oikocredit Informationen über die Arbeit von Oikocredit und Projekten in Ostafrika gab. Zum Schluss hat Katherina Ley von MUKA Travel, Reisespezialistin für Äthiopien, gezeigt, wie man durch faires Reisen die lokale Bevölkerung unterstützen kann.
Dieses Jahr, am 23. September, gab es zum zweiten Mal während der Fairen Woche zum Thema Faire Mode den Film The True Cost, organisiert vom Arbeitskreis Fairer Handel und dem Umweltamt der Stadt Hennef. Erklärt wurde, wie es sein kann, dass Kleidung bei uns so wenig kostet. Der Amerikaner Andrew Morgan reiste um die Welt, besuchte Arbeiterinnen in Kambodscha und Bangladesch, Baumwoll-Farmer in Texas und Mode-Wochen in Metropolen, um die wahre Geschichte hinter den niedrigen Preisen zu erfahren.
Für Sankt Martin gab es wieder Fairtrade zertifizierte Leinenbeutel, mit finanzieller Unterstützung des AK Fairer Handel. Dieses Mal gingen die Taschen an den Heimat- und Verschönerungsverein Allner e.V. und den Bürgerverein Westerhausen.
Zum Jahresabschluss gab es einen Fairtrade Weihnachtsverkauf und Kaffee-Verkostung am 5. Dezember im Rathaus, dank Unterstützung der Kolping Familie und Produkten unter Kommission des Eine Welt Marktes aus Siegburg. Besucher konnten Fairtrade Tatico Kaffee aus Mexico und Fairtrade Schokolade gegen eine Spende probieren. Zum Verkauf standen mehrere Fairtrade Kaffeesorten, Kaffeelikör, Pralinen, aber auch Kaffeeblüten- und Orangenblüten-Honig.

Hinweis:

Es gibt ein Update der Aktivitäten aus der AG Klimaschutz, zu finden hier.

Buchtipp: FAIRONOMICS
ist ein neues Buch von Autoren und Projektmacher Ilona Koglin und Marek Rohde.
In diesem Buch gehen sie die Frage nach „Ist es möglich, die Welt fairer und ökologischer zu machen und dabei gleichzeitig auch noch ein gutes Leben zu führen?“, und kommen zum Schluss zur Antwort „Ja“.
Diese Buch gibt Ratschläge, wie wir unsere Unternehmen, Organisationen und Initiativen gestalten müssten, sodass einen öko-soziale Wirtschaft entsteht, als „Faironomics“.

https://www.faironomics.de/